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Renaturierung als gelebte Verantwortung
10.06.2025
6 Minuten
Nachhaltigkeit
Unsere Sommerarbeiten für eine vielfältige und gesunde Alpenlandschaft

Wenn der letzte Schnee geschmolzen ist, beginnt bei uns eine ebenso wichtige Saison wie der Winter: der Sommer steht ganz im Zeichen der Pflege und Renaturierung. Unser Ziel ist es, der Natur jene Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdient – mit einem besonderen Fokus auf nachhaltige Landwirtschaft, Biodiversität und dem langfristigen Schutz unserer alpinen Lebensräume.

Ein wesentlicher Teil der Sommerarbeiten betrifft die Pflege unserer landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Flächen. Dabei kommen nicht nur moderne Mulchgeräte und organische Dünger zum Einsatz – auch unsere rund 40 zum größten Teil selbst gezüchteten schottischen Hochlandrinder leisten ihren Beitrag. Unsere Rinder sind im Sommer auf der Weide, im Winter findet man sie auf unserem «Schottenhof», der Betriebsteil wird von zwei ausgebildeten Landwirten bewirtschaftet. Diese robuste, aber leichte Rasse eignet sich besonders gut für die alpinen Wiesen, schont die Böden und sorgt durch natürliche Düngung für einen gesunden, gut durchwurzelten Mutterboden. Der produzierte Mist wird gezielt auf die Wiesen aufgebracht, unterstützt so die Bodenfruchtbarkeit und trägt zum Erhalt einer vielfältigen Vegetation bei. Die Wiesen werden nur einmal über die Sommermonate – und erst ab Mitte Juli – gemäht, wenn die Samen bereits ausgeflogen sind. So bleibt die Artenvielfalt erhalten.

Ein Herzstück unserer Renaturierungsstrategie ist die Wiederherstellung jener Flächen, die im Winterbetrieb beansprucht wurden. Nach jeder Saison führen wir Flurreinigungsaktionen im Bereich der Seilbahnanlagen, Lifte, Pisten und Restaurants durch und reparieren eventuelle Vegetationsschäden durch standortgerechtes Einsäen mit eigens entwickeltem Saatgut – angepasst an Höhenlagen über 1.400 Meter und unterschiedliche Bodentypen. Auch herausgerissene Rasenziegel werden wiedereingesetzt. So entstehen keine künstlich planierten Flächen, sondern naturnah strukturierte Wiesen, die später wieder beweidet oder für die Heuernte genutzt werden.

Sommer Wiese

Besonders wichtig ist uns dabei die enge Zusammenarbeit mit regionalen Landwirten. Gemeinsam pflegen wir jene Geländeabschnitte, die vom Menschen verändert wurden, nach strengen ökologischen Kriterien. Durch gezielten Rückbau nicht mehr genutzter Strukturen wie Schneefangzäunen, Erosionsschutz durch Bepflanzungen und Drainagen sowie das Anlegen von Sicherungs- und Entwässerungssystemen schaffen wir ein stabiles, naturnahes Landschaftsbild.

Auch bei Baustellen legen wir großen Wert auf bodenschonendes Arbeiten. Der Mutterboden wird sorgfältig zwischengelagert und später wieder flächenrichtig eingebracht – so bleiben Bodenstruktur und Nährstoffhaushalt weitgehend erhalten. Feuchtgebiete und Wasserläufe bleiben von der Mahd ausgespart, um sensible Ökosysteme nicht zu gefährden.

Und es zeigt Wirkung: Laut einem Gutachten der Universität Wien stehen unsere bewirtschafteten und beschneiten Almflächen in puncto Artenvielfalt anderen naturbelassenen Wiesen in nichts nach. Vielmehr wird durch gezielte Maßnahmen wie das Ausbringen von Heublumen und die extensive Bewirtschaftung sogar aktiv zur Erhaltung der heimischen Flora beigetragen.

Mit jeder Maßnahme, jeder gemähten Wiese und jedem bepflanzten Hang tragen wir dazu bei, die Schönheit und Vielfalt unserer alpinen Landschaften in Lech zu erhalten – nicht nur für heute, sondern für kommende Generationen.